Checkliste: Unberechtigte Zahlungsaufforderung abwehren

Prüfen Sie mit unserer Checkliste, ob Innen eine berechtigte oder unberechtigte Zahlungsaufforderung vorliegt.

Außerdem zeigen wir Ihnen auf, was im Falle einer unberechtigten Zahlungsaufforderung zu tun ist, wie Sie darauf reagieren und diese abwehren können.

Also auf gehts!

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Checkliste: Wie Sie eine unberechtigte Zahlungsaufforderung erkennen

Prüfen Sie jeden der folgenden Punkte genau mit Ihrem Aufforderungsschreiben ab.


  • Überprüfen Sie auf http://www.rechtsdienstleistungsregister.de, ob das Inkassounternehmen offiziell zugelassen ist.
  • Machen Sie eine alternative Prüfung auf http://www.rechtsanwaltsregister.org, falls die Zahlungsaufforderung von einem Anwalt stammt.
  • Sind die fordernden Anwälte oder Inkassos nicht in den entsprechenden Registern gelistet, machen Sie eine weitere Prüfung in den Suchmaschinen, ob bereits Einträge zu Betrugsversuchen in Zusammenhang mit diesen Firmen oder Personen vorhanden sind.
  • Schauen Sie, ob der Gläubiger (Personenname oder Firmenname), welchem Sie angeblich Geld schuldig sein sollen in der Aufforderung explizit genannt wird und Ihnen dieser bekannt ist.
  • Finden Sie heraus, warum die Zahlungsaufforderung unberechtigt ist. (Leistung wurde nie in Auftrag gegeben bzw. Produkt nie bestellt, Angaben des Fordernden sind nachweislich falsch usw.)
  • Bestehen Sie außerdem auf die entsprechende Rechnung oder Vertrag, welche dem Forderungsschreiben bewusst nur selten beigelegt werden. Der Fordernde steht nämlich immer in der Beweispflicht und muss daher den Nachweis erbringen, dass zwischen Ihnen ein Vertrag besteht, bevor er solche Ansprüche erheben kann.
  • Sind Sie sicher, dass die Zahlungsforderung unberechtigt ist, sollten Sie innerhalb der Frist eine Antwort schreiben und darin die Forderung aktiv zurückweisen, ablehnen oder Wiederspruch einlegen. Hierzu können Sie beispielsweise eine Anfechtung, einen Rücktritt oder den Widerruf in Betracht ziehen.
  • In Zweifelsfällen sollten Sie stets eine Beratung beim Anwalt in Anspruch nehmen.

Was Sie bei einer unberechtigten Zahlungsaufforderung tun können

Im Folgenden haben wir für Sie 3 Vorgehensweisen aufgelistet, welche Sie bei einer ungerechtfertigten Zahlungsforderung in Erwägung ziehen können.

Auf die Zahlungsaufforderung nicht ragieren

Das ignorieren der Forderung wäre natürlich eine einfache aber auch risikoreiche Option.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass Sie eine Zahlungsaufforderung keinesfalls ignorieren sollten, egal ob diese per Email oder als Brief mit der Post kommt. Selbst wenn Ihnen das Forderungsschreiben auf Anhieb unberechtigt und unseriös vorkommt, sollten Sie sichergehen, dass es sich tatsächlich um eine Fake-Zahlungsforderung handelt.

Prüfen Sie daher sowohl das Schreiben selbst als auch dessen Berechtigung mit der obigen Checkliste.

Die Forderung bei den zuständigen Aufsichtsbehörden melden

Wenn Sie von der Berechtigung der Ihnen vorliegenden Forderung nicht überzeugt sind und das Gefühl haben dass hier ein Betrugsversuch vorliegt, können Sie dies der nächsten Polizeidienststelle mitteilen und entsprechend argumentieren. Sie sollten jedoch von einer Strafanzeige absehen, wenn Sie keine handfesten Beweise vorliegen haben, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt. Eine schlichte Meldung mit ausführlicher Beschreibung Ihres Falls ist meist schon ausreichend, damit sich die Rechtsanwaltskammer der Sache annimmt.

Eine Gegenklage einleiten

Durch eine unberechtigte Zahlungsaufforderung macht sich der Fordernde strafbar. Sie können also hier eine  Gegenklage erheben. Am effektivsten ist dies, wenn Sie sich mit mehreren Betroffenen zusammenschließen. So teilen sich zum Einen die Anwaltskosten auf und zum Anderen erhöht sich der Streitwert, welcher für die Gegenseite sehr abschreckend wirkt. Gewinnen Sie den Prozess, muss der Fordernde die gesamten Gerichts- und Anwaltskosten übernehmen.

Neue Betrugsmasche: Unberechtigte Zahlungsaufforderung per Email?

Gerade bei Zahlungsaufforderungen per Email nutzen Phishing Betrüger oft bekannte Firmen wie Amazon, PayPal & Co. als Vorwand.

Achtung: Fake-Emails mit Amazon als beliebter Vorwand

Diese Mails mit Zahlungsaufforderung haben meist folgende Betreffzeile „Mahnung für ihre Bestellung vom –.–.—-“

In der Mail befindet sich ein Mahnungstext in dem Amazon erwähnt wird sowie eine Aufforderung die angehängte zip-Datei zu öffnen, welche beim öffnen Ihren Computer lahm legen und Online-Banking-Daten abrufen kann. Ein unberechtigter Skontoabzug kann dann die Folge sein.

Es ist also höchste vorsicht geboten.

Zahlungserinnerung trotz Zahlung erhalten

Immer wieder kommt es vor, dass Kunden eine Zahlungserinnerung erhalten, obwohl Sie die Rechnung bereits bezahlt haben. Hierbei handelt es sich meist um ein Versehen, bei dem die Zahlungserinnerung unberechtigt schon vor Ablauf der Zahlungsfrist abgesendet wurde. Ebenso kann es sein, dass der Überweisungsprozess etwas stockt und das Geld deswegen trotz Zahlung noch nicht eingegangen ist.

Aus diesem Grund befindet sich in freundlichen Zahlungserinnerungen häufig der Vermerk, dass Sie das Schreiben als Gegenstandslos ansehen können, sollten Sie den Betrag zwischenzeitlich bereits überwiesen haben.

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